26.07.2017 / Blog

Eine Kammer voller Kleider

Die Kleiderkammer in Wörrstadt bietet Bekleidung, Spielsachen, Geschirr und anderen Dinge für kleines Geld. In der Kleiderkammer sind, unterstützt durch Mitarbeiter der Verbandsgemeinde Wörrstadt, nur ehrenamtliche Mitarbeiter tätig wie Ulrike Göbbels.

Sie ist Accounting Managerin bei der juwi AG in der Abteilung Rechnungswesen und Steuern. Wir sprachen mit ihr über ihr Engagement.

Ulrike, inwiefern ist die Arbeit der Kleiderkammer in Wörrstadt besonders nachhaltig und was ist deine persönliche Motivation für das Ehrenamt?

Alle Dinge, die man bei uns kaufen kann, wurden gespendet. Wir sind sozusagen eine Art Second Hand Shop. Ein Großteil der Spenden sind Kleidung und Schuhe. Wir bekommen aber auch Spielsachen, Geschirr und andere Haushaltsgegenstände. Größere Gegenstände wie Möbel oder  auch Kinderwagen vermitteln wir direkt über einen Ansprechpartner der Verbandsgemeinde Wörrstadt weiter. Das eingenommene Geld wird auf das Konto der Flüchtlingshilfe der Verbandsgemeinde eingezahlt. Damit wird unter anderem die Ausstattung der Flüchtlingsunterkünfte finanziert.

Kleidung und Schuhe, die nicht verkauft werden oder nicht mehr verkauft werden können, geben wir der Stiftung Nieder-Ramstädter Diakonie in Wörrstadt. Die Sachen werden dort weiterverwendet beziehungsweise verwertet oder einem Recyclingprozess zugeführt aus dem neue Produkte hervorgehen, wie Malerteppiche. Wir haben einige Kooperationen mit anderen Kleiderkammern. Dahin vermitteln wir Spenden, wenn Anfragen von dort in unserer Kleiderkammer eingehen. Uns ist wichtig, dass die nicht verkauften Spenden nicht einfach weggeworfen werden, sondern auch sinnvoll weiterverwendet beziehungsweise wiederverwertet werden.  

Wir haben für jeden geöffnet, doch die meisten Menschen, die bei uns einkaufen, sind Flüchtlinge. Die Verständigung ist nicht immer einfach. Flüchtlinge, die erst angekommen sind, können in der Regel noch kein Deutsch. Oft verständigen wir uns in englischer Sprache, aber zur Not auch mit Händen und Füßen.

Ich arbeite Vollzeit bei juwi und bin nebenbei ehrenamtlich in der Kleiderkammer tätig. Durch diese Tätigkeit habe ich mich mit diesen Menschen beschäftigen können und habe gelernt, ihre Situation, ihre religiösen Nöte und Traditionen zu verstehen. Ich würde mir wünschen, dass mehr Menschen in unserer Gesellschaft sich mit dem Thema aktiv auseinandersetzen. Ich denke, dass es dadurch möglich wäre, offener und toleranter gegenüber Flüchtlingen zu werden. Ich kann mit meiner ehrenamtlichen Tätigkeit zwar nur einen kleinen Teil dazu beitragen, den Flüchtlingen das Ankommen zu erleichtern und Hilfe zur Selbsthilfe zu geben. Aber es motiviert unglaublich, wenn die Rückmeldung kommt, dass es wieder ein stückweit gelungen ist, diese Menschen in unsere Gesellschaft zu integrieren.


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