06.11.2017 / Blog, Solar, Off-Grid

Grüner Strom für grosse Minen

Minenbetreiber entdecken die erneuerbaren Energien für sich – und dafür gibt es mehrere gute Gründe.

Im Jahr 2016 baute juwi im australischen Outback das bislang größte Hybridkraftwerk für Minen der Welt. Ein 10,6 Megawatt-Solarkraftwerk und ein sechst Megawatt-Batteriespeicher ergänzen die bisherige Stromversorgung durch Dieselgeneratoren der Kupfer- und Goldmine Sandfire/Degrussa.  Ein richtungsweisendes Projekt? Wir haben Amiram Roth-Deblon gefragt, der bei juwi neue Geschäftsinitiativen und speziell das Thema Hybridlösungen verantwortet.

Warum macht es für Minenbesitzer Sinn, ihre Stromversorgung auf erneuerbare Energiequellen umzustellen?

Dafür gibt es mehrere sehr gute Gründe. Moderne Photovoltaik- oder Windkraftwerke kombiniert mit Batteriespeichern können heute günstiger Strom erzeugen als viele Dieselkraftwerke.
Die Technologie und unser Know-how haben sich so weit entwickelt, dass unsere Anlagen heute selbst die hohen Ansprüche von Minenbetreibern an Versorgungssicherheit erfüllen. Ein juwi Hybrid-System lässt sich auch mit existierenden Diesel- oder Gaskraftwerken kombinieren und 
ermöglicht auch dort eine sichere und zuverlässige Stromversorgung, wo es keine Versorgungsnetze gibt. Stellen Sie sich vor, welchen Aufwand es bedeutet, täglich viele tausend Liter Kraftstoff irgendwo ins australische Outback zu transportieren.

In Australien haben wir mitten im Outback für Sandfire/DeGrussa einen 10,6 Megawatt-Solarpark mit einem Sechs-Megawatt-Batteriespeicher in deren vorhandenes Dieselnetz integriert. Die Anlage deckt heute rund 20 Prozent des Strombedarfs der Mine ab. Der Erfolg des Projektes wurde mehrfach unabhängig bestätigt wie beispielsweise durch die Auszeichnung zum Projekt des Jahres 2016 beim World Congress von Energy & Mines. Noch wichtiger für mich aber ist die positive Rückmeldung unseres Kunden, der uns nach mehr als einem Jahr Laufzeit bestätigt, dass das System stabil läuft, zu erheblichen Einsparungen beim Dieselverbrauch führt und die Stromqualität und die Zuverlässigkeit mindestens genauso gut ist wie zuvor, wenn nicht sogar besser. Es hat ein Zeichen in Richtung der zukünftigen Versorgung von Minen auf der ganzen Welt gesetzt, davon bin ich überzeugt.

PV-Strom gehört schon heute in vielen Teilen der Welt zu den günstigsten Erzeugungsarten für Strom überhaupt. Durch die Kombination mit einem Batteriespeicher wird zudem die Versorgungssicherheit noch einmal erhöht, etwa für den Fall, dass die konventionelle Stromproduktion über Dieselgeneratoren ausfällt. Für Minenbetreiber ist jeder Produktionsausfall nämlich richtig teuer.

Hinzu kommt der Umweltaspekt: Dieser wird auch für viele Minenbetreiber immer wichtiger. Unternehmen schauen heute viel genauer auf ihren ökologischen Fußabdruck als in der Vergangenheit. Und gerade bei Unternehmen mit einem sehr hohen Stromverbrauch – zu denen die Minenbetriebe zweifelsohne gehören – macht es in der CO2-Bilanz einen immensen Unterschied, aus welchen Quellen der Strom stammt. Mit dem  DeGrussa Projekt in Australien senken wir für den Minenbetreiber Sandfire den Dieselverbrauch pro Jahr um circa fünf Millionen Liter. Das entspricht etwa 20 Prozent des Stromverbrauchs und einer CO2-Einsparung von 12.000 Tonnen pro Jahr. Das ist gewaltig.

Die Umstellung auf Hybridkraftwerke mit erneuerbaren Energien macht für Minenbetreiber also aus mehreren Gründen Sinn: Sie spart Kosten, erhöht die Versorgungssicherheit und schont das Klima – also dreifach gut: Für die Finanzen, die Sicherheit und für den Ruf.

Mehr über das Projekt gibt es in diesem Video.


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