26.05.2017 / Blog

Gut für die Natur

Bei Windenergieprojekten gibt es vielfältige Ausgleichsmaßnahmen, die wertvollen Lebensraum für Tiere und Pflanzen schaffen. Torsten Schopbach kümmert sich bei juwi um Ausgleichsmaßnahmen – wie vielfältig diese sein können, zeigt sein Antwort.

Torsten Schopbach, Experte für Ausgleichsmaßnahmen.

Was wird konkret getan, um den Eingriff in die Natur beim Bau von Windenergie-Anlagen auszugleichen?

Wir haben einen Riesenfächer an Maßnahmen, die wir umsetzen. Bei Projekten im Wald finden quasi immer Wiederaufforstungen statt – sowohl am Anlagenstandort selbst, nachdem die Bauarbeiten abgeschlossen sind, als auch an Ersatzstandorten. Aber es gibt weitaus mehr Dinge, die wir im Rahmen von Windenergieprojekten tun.

Das fängt bei Bachlaufrenaturierungen an. Wir begrünen immer wieder Bachläufe und schaffen damit neuen Lebensraum für Vögel, darunter auch viele seltene Arten. Es gibt aber auch Projekte, bei denen wir noch einen Schritt weiter gehen und begradigte Bachläufe  in ihren ursprünglichen Zustand mit Kurven und Windungen zurückversetzen. Dadurch wird der Bach wieder zum Lebensraum für Molche und Frösche.

Fast schon ein Klassiker der Ausgleichsmaßnahmen sind Streuobstwiesen, die gerade in stark von der Landwirtschaft geprägten Gebieten dem Landschaftsbild und der Artenvielfalt zu Gute kommen. Vor allem in Weinbaugebieten mit Hanglagen wie an der Nahe haben wir auch schon mehrmals die Sanierung von Trockenmauern in den Weinbergen übernommen. Das dient zum einen der Hangsicherung, schafft und erhält aber gleichzeitig auch Lebensräume etwa für Eidechsen.

Aktuell haben wir gerade zwei Projekte im Hunsrück und in der Eifel, bei denen wir Biotope im Wald anlegen. Diese Tümpel werden von ganz vielen Lebenswesen genutzt und tragen zur ökologischen Vielfalt in den Wäldern bei. Eine meiner persönlichen Lieblingsmaßnahmen haben wir in Bayern umgesetzt. In Forst-Waldsachsen  haben wir auf einem ehemaligen Acker auf einer Fläche von zwei Hektar eine Naturwaldparzelle geschaffen. An einer Böschung als Übergang zum Wald haben wir Feldgehölz gepflanzt, wir haben eine Magerwiese mit vielen seltenen Pflanzen angelegt  und wir haben Baumstämme und Steinhaufen als Lebensraum für Klein- und Kleinsttiere auf der Fläche platziert. Hier entsteht ein äußerst vielfältiges Ökosystem - ich wollte, ich hätte so etwas in meinem Garten.

Eine andere, eher außergewöhnliche Maßnahme sind Fledermausstollen in einem ehemaligen Bergbaustollen. Hier haben wir den Stollen so gesichert, so dass hier ein geschützter Lebensraum für Fledermäuse dauerhaft entstanden ist. Insgesamt kann man sagen: Wir versuchen in Zusammenarbeit mit Naturschutzbehörden und Gutachtern Ausgleichsmaßnahmen umzusetzen, die die Natur nicht nur erhalten sondern vielfältiger machen. Für mich ist das ein absoluter Traumjob.


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