16.08.2016 / Blog

Per Fernsteuerung zur Baustelle

Kleine Straßen, schmale Durchgänge und steile Auffahrten – eine Windparkbaustelle stellt alle Beteiligten immer wieder vor große Herausforderungen. Denn, wie bekommt man die stets größer werdenden Komponenten für die Anlagen zur Baustelle? Immer häufiger werden hier so genannte Selbstfahrer eingesetzt, wie uns unser Kollege Nico Baumann erklärt.

Nico, du bist Bauprojektleiter bei juwi und hast schon an verschiedenen Baustellen Selbstfahrer im Einsatz gehabt. Was genau ist ein Selbstfahrer und wie funktioniert das Ganze?

Ein Selbstfahrer ist ein Transportfahrzeug, das per Funk gesteuert wird. Es kommt immer dann zum Einsatz, wenn wir mit unseren normalen Transportmitteln nicht zu den Baustellen gelangen können. Das kann zum Beispiel passieren, wenn die Straßen in den Orten, durch die wir fahren müssen, sehr eng und verwinkelt sind. Es kann aber auch sein, dass die Baustelle hoch gelegen und sie nur über sehr steile oder serpentinenartige Wege zu erreichen ist. Das ist jetzt auch an unserer Baustelle Hain-Ost in Franken der Fall. Hier brauchen wir für das letzte Stück des Transportwegs einen Selbstfahrer.

Das Fahrzeug selbst ist mit drei Metern Breite, vier Metern Höhe und etwa zehn Metern Länge ziemlich kompakt. Dazu hat es mehrere Achsen, die alle separat ansteuerbar sind. Der Selbstfahrer kann bis zu 350 Metertonnen heben,  das bedeutet, dass er bei einer Ausladung von einem Meter 350 Tonnen heben kann. Ideale Voraussetzungen also, um die Rotorblätter für den neuen Windpark in Hain-Ost zu transportieren. Sie sind knapp 60 Meter lang und wiegen 13,3 Tonnen.

Mittels eines Verbindungselements, dem sogenannten Flansch, wird das Rotorblatt am Selbstfahrer befestigt. Dann kann es in Richtung Baustelle losgehen. Der Clou dabei? Der Selbstfahrer kann das Rotorblatt mit seiner neigbaren Kippvorrichtung um bis zu 60 Grad aufrichten. So passiert der Konvoi auch die engsten Straßen und Winkel.

Der Selbstfahrer kann das Rotorblatt mit seiner neigbaren Kippvorrichtung um bis zu 60 Grad aufrichten. So passiert der Konvoi auch die engsten Straßen und Winkel.

Während der Fahrt sind mehrere Personen an unterschiedlichen Positionen damit beschäftigt, die Wegstrecke zu überblicken und auf schwierige Stellen hin zu überprüfen. Sie sind per Funk miteinander verbunden und sorgen dafür, dass die Ladung sicher ans Ziel kommt. Das geschieht, trotz des 200-PS-starken Motors, sehr, sehr langsam. Theoretisch kann das Fahrzeug 15 Kilometer pro Stunde fahren, praktisch fahren wir jedoch meist mit einem Tempo, das noch unter Schrittgeschwindigkeit liegt. In Hain-Ost haben wir für die sechs Kilometer Wegstrecke vier Stunden berechnet. Außerdem müssen Schwerlasttransporter in Bayern, anders als beispielsweise in Rheinland-Pfalz, tagsüber fahren. Wir warten dann also, bis alle Schulbusse gefahren sind und dann erst geht es los in Richtung Baustelle. Egal wie erfahren man ist, die erste Fahrt ist dabei immer ein Highlight!

Bilder der Seite: Thomas Kiesswetter

www.paramags.de


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