29.03.2018 / Blog

Unterwegs in luftigen Höhen

Adalbert Hejla ist Wartungsingenieur für Windenergie-Anlagen. Sein Arbeitsplatz befindet in der Regel über 100 Meter über dem Boden. Wir sprachen mit ihm über Höhenangst, Sicherheit und brenzlige Momente.

Adalbert, Du hast einen Job, um den Dich viele beneiden. Höhenangst sollte man aber sicherlich nicht haben. Wie ist das Arbeiten in großer Höhe?

Seekrank darf man als Wartungsingenieur definitiv nicht sein. Schließlich schwankt der Turm ganz ordentlich. Bei meinem ersten Aufstieg hatte ich schon ein mulmiges Gefühl. Es hat sich ein wenig angefühlt wie auf einem Segelboot. Aber bis auf das Schwanken der Gondel merkt man beim Arbeiten so gut wie gar nicht, dass man in mehr als 140 Metern Höhe unterwegs ist. Dem Auge fehlen ja die Referenzpunkte, da es in der Gondel keine Fenster gibt.

Mittlerweile bin ich seit sieben Jahren auf Windrädern unterwegs. Höhenangst hat man da keine mehr. Selbst beim Aufstieg über die Leiter. Da ist man viel zu sehr mit Klettern beschäftigt, so dass man die Höhe eigentlich gar nicht wahrnimmt. Was bleibt, ist die körperliche Anstrengung – gerade wenn man längere Zeit nicht mehr geklettert ist. Dann kommt einem die Leiter unendlich lang vor.

Bei aller Anstrengung darf man aber natürlich nie seine Sicherheit vernachlässigen. Denn aufgrund der großen Höhe verschärfen sich natürlich die Gefahren. Ein am Boden eher harmloser Unfall kann in der Gondel ganz andere Auswirkungen haben, schließlich ist das Maschinenhaus für den normalen Rettungsdienst nicht zu erreichen. Bei schweren Unfällen muss daher die Höhenrettungsstaffel der Feuerwehr alarmiert werden. Bis diese allerdings am Unfallort eingetroffen ist, vergeht natürlich wertvolle Zeit. Aus diesem Grund arbeiten wir grundsätzlich nur zu zweit. Beide Personen sind in Erster-Hilfe ausgebildet und so geschult, dass sie sich gegenseitig mit dem Höhenrettungsgerät abseilen können. Die Selbsthilfe steht hier an erster Stelle. Die Unfallgefahr muss man stets im Hinterkopf behalten und entsprechend achtsam arbeiten. Wie in anderen Berufen auch, passieren Unfälle meist dann, wenn sich Routine einschleicht und weniger fokussiert gearbeitet wird.

Generell besteht in der Anlage kaum die Möglichkeit abzustürzen. In gefährdeten Bereichen, wie auf der Leiter und auf dem Gondeldach, muss die persönliche Schutzausrüstung (PSA) zwingend getragen und sich beim Auf- und Abstieg der Leiter fest an den Sicherungspunkten angeschlagen werden. Hält man sich an diese Sicherheitsrichtlinien, sind Unfälle so gut wie ausgeschlossen. Natürlich muss man lernen seiner persönlichen Schutzausrüstung zu vertrauen. Das geht aber sehr schnell. Schließlich trägt man sie bei jedem Einsatz. Dadurch wird sie zu einer Art zweiter Haut, die man immer mit sich führt.


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