11.05.2016 / Wind, Blog

Wandern und Windkraft? Weiskirchen macht's möglich

Michael Diversy, Hochwald-Touristik
Michael Diversy, Geschäftsführer der Hochwald-Touristik

Entlang des Windparks im saarländischen Kurort Weiskirchen vermitteln sechs Infotafeln allerhand Wissenswertes über Windenergie, Natur, Umwelt und Tourismus. Wir haben den Geschäftsführer der Hochwald-Touristik Weiskirchen, Michael Diversy, getroffen und ihn gefragt, inwieweit die Windenergie-Anlagen zum hochwertigen Tourismusangebot der Region beitragen.

 

Herr Diversy, inwieweit ergänzen sich Erneuerbare Energien und Touristik am Beispiel des Windparks Weiskirchen?

 

Am Thema Windkraft und Windräder scheiden sich die Geister. Für die Einen sind es technische Monstren, die Landschaftsbilder verunstalten, für Andere sind es weithin sichtbare positive Zeichen für einen längst überfälligen Wandel, hin zu erneuerbaren Energien. Dazwischen gibt es unendlich viele Abstufungen in den Meinungen der Gegner und Befürworter. Üblicherweise werden in der Argumentation alle Register gezogen und es wird mit harten Bandagen gekämpft.

So war das auch bei uns in Weiskirchen. Die Gemeinde ist „Heiklimatischer Kurort“ mit dem Zusatzprädikat „Premium Class“ und „Kneippkurort“. In einer Tourismusgemeinde, insbesondere in einem Kurort mit den höchsten Prädikaten war es daher auch nicht verwunderlich, dass schnell der Tourismus als Argument ins Feld geführt wurde. Die Windkraft-Gegner warnten vor massiven Einbrüchen bei Gäste- und Übernachtungszahlen.

Die Befürworter hingegen meinten, dass gerade ein „Heilklimatischer Kurort“ sich aufgrund der bundeseinheitlichen Verbandsrichtlinien ganz besonders dem Klimaschutz und damit erneuerbaren Energien zuwenden muss.      

Heute, nachdem der Windpark Weiskirchen mit vier Anlagen schon seit fast einem Jahr in Betrieb ist, lässt sich eindeutig feststellen, dass nichts von den Befürchtungen eingetroffen ist. Es sind keine negativen Auswirkungen spürbar. Wir haben in unserer Tourist-Info bis zu 200 Gäste pro Tag. Neben der Funktion als Beratungsstelle unserer Gäste sind wir auch Anlaufpunkt für  Lob und Kritik jeder Art. Obwohl in unserer serviceorientierten Zeit oft auch Kleinigkeiten kritisiert werden, hatten wir bisher nicht eine einzige kritische Stimme zu den Windrädern. Auch unsere Hoteliers und Gastgeber haben uns noch nie Kritik ihrer Gäste bezüglich der Windräder zurückgemeldet.

Das deckt sich auch mit objektiven Untersuchungen aus anderen, vergleichbaren touristischen Regionen. Weiskirchen liegt im Naturpark Saar-Hunsrück. Einer unserer benachbarten Naturparks, Hohes Fenn - Eifel hat dazu eine neutrale Untersuchung in Auftrag gegeben. Es wurden 1300 Wanderer vor Ort zu den dortigen, sehr zahlreichen Windrädern befragt. 87 Prozent erklärten, dass die Windräder nicht stören, bzw. akzeptabel seien. Nur 6 Prozent erklärten dass sie bei weiteren, zusätzlichen Anlagen nicht mehr wiederkommen würden.

Die Entscheidung für oder gegen Windkraft müssen am Ende immer die einheimischen Bürger selbst treffen. Bei der Abwägung sollten viele Aspekte berücksichtigt werden, auch die möglichen Auswirkungen auf den Tourismus. Aufgrund unserer Erfahrungen können wir heute sagen, dass Windkraft und Tourismus sich keineswegs ausschließen, sondern sich sehr gut ergänzen. Projekte wie unser Windkraft-Infoweg schaffen sogar eine direkte und positive Verbindung zwischen den Themen.




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