12.01.2018 / Blog

Windrad-Prophylaxe durch Big-Data

Jedes moderne Windrad erzeugt mit seinen hunderten Sensoren über 60.000 Datensätze pro Minute. Bei bundesweit über 28.000 Anlagen kommt so eine Datenmenge zusammen, die tatsächlich die Bezeichnung „Big-Data“ verdient.

 

Ein bundesweites Forschungsprojekt möchte diese Daten auswerten und nutzbar machen. Für juwi ist Benjamin Kutter von Anfang an bei diesem vielversprechenden Projekt dabei und begeistert von den neuen Möglichkeiten.

juwi Big-Data

juwi beteiligt sich an einem Forschungsprojekt des Fraunhofer IEE (ehemals IWES). Was hat es damit auf sich?

Wir beteiligen uns an dem Projekt „WInD-PooL“. Das ist der sog. Windenergie-Informations-Daten-Pool, ein dreijähriges Forschungsprojekt des Fraunhofer IEE in Kassel, das vom Bundesministerium für Wirtschaft und Energie gefördert wird. Es geht darum, die noch relativ junge Windbranche aus ihrem Silo-Denken herauszukriegen. Jeder Betreiber, Hersteller oder Betriebsführer eines Windparks ermittelt seine Mess- und Anlagendaten bisher für sich selbst und behält diese auch für sich. Diese Daten werden also bisher nicht weiter verarbeitet und genutzt. Bei konventionellen Energieerzeugungsanlagen läuft das anders: Betreiber von Kohlekraftwerken tauschen gegenseitig ihre Daten aus, um die Verfügbarkeit ihrer Kraftwerke zu erhöhen. Die Windbranche macht das bisher nicht, weswegen das IEE dieses Projekt ins Leben gerufen hat.
Das Fraunhofer Institut fungiert in diesem Projekt als Datentreuhänder und stellt die Anonymisierung der Daten sicher. Letztes Jahr suchte das Institut Kooperationspartner. Wir hörten von dem Projektvorhaben und fragten unsere Betreiber an, ob sie der Datenweitergabe durch uns, als ihren technischen Betriebsführer, an das IEE zustimmen und bekamen schnell positive Resonanz: Wir erhielten die Erlaubnis, Daten von ca. 150 Anlagen zu dem Projekt beizusteuern und gehörten zu den ersten, die diesem Projekt beigetreten sind. Neben uns steuern weitere Betriebsführer und Betreiber Daten bei, aber auch Versicherungsgesellschaften..
 
Wir denken bei unserer Projektbeteiligung an den direkten Nutzen für unsere Kunden, also die Betreiber von Windenergie-Anlagen. Denn aufgrund der Datenfülle werden zum einen Benchmarks gebildet, bei denen man zum ersten Mal unabhängig vom Hersteller die Performance von Anlagen vergleichen kann. Ein Beispiel ist die Verfügbarkeitsberechnung, denn bisher hat jeder Hersteller seine eigenen Annahmen für die Verfügbarkeitsberechnung getroffen. Nun existiert zum ersten Mal eine Plattform, auf der diese Berechnung einheitlich durchgeführt wird.
Zum anderen besteht erstmal die Möglichkeit, eine große Datenmenge statistisch auszuwerten. So können Fehler diverser Anlagentypen anhand von Wahrscheinlichkeitsberechnungen und Korrelationen schneller diagnostiziert und bereits im Vorfeld z.B. durch zustandsorientierte Instandhaltungen behoben werden. Wenn man beispielsweise weiß, dass sich eine Anlage auf eine bestimmte Weise verhalten hat und daraufhin ein Schaden entstanden ist, kann man bei Anlagen mit ähnlichem Verhaltensmuster bereits im Vorfeld reagieren. Sind diese Berechnung aufgrund der Datenmenge statistisch abgesichert, können zuverlässigere Aussagen zum Ausfallverhalten von bestimmten Komponenten getroffen und Optimierungspotenziale erkannt werden Das erhöht die technische Verfügbarkeit von Anlagen deutlich bei gleichzeitiger Kostensenkung. Es gilt: Vorsorge ist besser als Nachsorge.
Das Projekt läuft seit 2016 und wird bis Anfang 2019 andauern. Erste Zwischenergebnisse liegen bereits vor – und die sind vielversprechend.
 

Weitere Informationen:

http://www.wind-pool.de


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