09.01.2019 / Blog

Blinken nur noch bei Bedarf

Um die Akzeptanz von Windparks bei den Anwohnern zu stärken, hat der Bundestag kurz vor dem Jahreswechsel mit dem Energie-Sammelgesetz auch die bedarfsgerechte Nachtkennzeichnung für Windenergie-Anlagen beschlossen.

Das heißt konkret: Blinken soll die Anlagen nur noch, wenn sich Flugzeuge oder Hubschrauber nähern. Ab 1. Juli 2020 wird diese Regelung sowohl für Alt- als auch Neuanlagen verpflichtend. Wir haben den Leiter Wind Operations der juwi Operations & Maintenance Thomas Kretzschmar gefragt: Was heißt das für die Betreiber?

Zunächst einmal heißt das für jeden Betreiber, dass er seine Anlagen bis Mitte 2020 mit einer entsprechenden Technologie für eine bedarfsgerechte Nachtkennzeichnung nachrüsten muss, wenn diese laut Genehmigungsbescheid mit einer Nachtkennzeichnung ausgestattet sein müssen. Für die bedarfsgerechte Befeuerung gibt es verschiedene technische Möglichkeiten. Im Gesetz ist die Ausrüstung der Anlagen mit einer so genannten Transponderlösung explizit genannt, allerdings lässt der Gesetzgeber auch andere Lösungen zu. Ein bereits bei einigen großen Windparks praktiziertes, zugelassenes Verfahren ist die Ausrüstung mit Radarsystemen. Diese sorgen dafür, dass die Flugzeuge geortet werden, wenn sie sich den Anlagen nähern und die Befeuerung dann automatisch eingeschaltet wird. Eine Nachrüstung würde pro Park allerdings schnell eine Investition von 700.000 bis 800.000 Euro bedeuten. Wirtschaftlich zumutbar wäre dies nur bei sehr großen Windparks, bei allen anderen würde die Summe schlicht die wirtschaftliche Verhältnismäßigkeit sprengen. Im Gesetz steht ja auch explizit, dass die Bundesnetzagentur auf Antrag im Einzelfall insbesondere für sehr kleine Windparks Ausnahmen zulassen kann, wenn die Erfüllung einer bedarfsgerechten Nachtkennzeichnung wirtschaftlich unzumutbar ist.

Deutlich günstiger und auch für kleine Parks und einzelne Anlagen umsetzbar wäre die Transponderlösung, also das Auffangen und Abgleichen von Signalen aus Luftverkehrsfahrzeugen. Hier sprechen wir von Investitionen in einer Größenordnung von circa 10.000 Euro pro Anlage. Auch diese Technologie kommt genauso wie der aktive Radar in jedem großen Flughafen  heute schon zum Einsatz. Über einen Transponder in den anfliegenden Maschinen werden dem Flughafen automatisch Daten aus dem Flugzeug übermittelt. Dieses Prinzip ließe sich auch nutzen, um die Nachtkennzeichnung von Windenergie-Anlagen zu aktivieren. Eine Nachrüstung der Anlagen mit einem entsprechenden Receiver wäre relativ einfach. Allerdings fehlt für Transponder basierte, bedarfsgerechte Kennzeichnung bislang die Zulassung über die Allgemeine Verwaltungsvorschrift zur Kennzeichnung von Luftfahrthindernissen. Hier gibt es in den kommenden Monaten erhöhten Handlungsbedarf, denn der Zeitrahmen für die Einführung ist äußerst eng bemessen und auch eine Reihe von sicherheitstechnischen Fragen müssen noch geklärt werden.

Unser Ziel ist es nun, den Betreibern möglichst schnell konkrete Lösungen für eine rechtskonforme und kosteneffiziente Nachrüstung anbieten zu können. Dazu sind wir bereits in Kontakt mit den Herstellern von entsprechenden Kennzeichnungssystemen.


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